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Kein Gesundheitszentrum für Velbert - Velbert Nachrichten
Letzter Eintrag 01-05-2010 23:49 vonKurzer Prozess. 2 Antworten.
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ParanoiaBenutzer ist Offline
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01-05-2010 09:38

Kein Gesundheitszentrum für Velbert - Nachrichten

Der Investor des geplanten Gesundheitszentrums an der Velberter Friedrich-Ebert-Straße hat sich, wie abzusehen war, zurückgezogen. Es werde zunehmend schwieriger die Räume zu vermieten, begründet der Investor seinen Rückzug. Das Gesundheitszentrum sollte gegenüber des Velberter Finanzamtes gebaut werden. Allerdings konnten bisher die entscheidenden Facharztrichtigungen Orthopädie und Radiologie nicht als Mieter gewonnen werden. Als Kettenreaktion folgt somit auch, daß keine  Apotheken und Sanitätshäuser in geplantem Gesundheitszentrum entstehen werden. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten im Frühjahr 2010 beginnen. Über eine andere Nutzung der Baufläche soll nun diskutiert werden.

Die Stellungname der Stadt Velbert:

Investor zieht sich aus dem Projekt Gesundheitszentrum zurück

Die Bietergemeinschaft Hellmich aus Dinslaken – bestehend aus der Walter Hellmich GmbH und Hellmich Projektentwicklung GmbH – hat sich aus dem Projekt Gesundheitszentrum zurückgezogen. Das teilt Wilfried Löbbert, Leiter der Wirtschaftsförderung Velbert, mit.

Das Gesundheitszentrum war auf einer 4.300 qm großen städtischen Fläche an der Friedrich-Ebert-Straße gegenüber dem Finanzamt geplant. Nach der Zuschlagsentscheidung im Oktober 2009 hatte die Bietergemeinschaft die Verantwortung für die Projektentwicklung und Vermietung übernommen. Als Gründe für den Rücktritt gibt Hellmich an, dass sich zunehmend Probleme in der Vermietbarkeit eingestellt hätten. Nachforderungen einiger Ärzte bezüglich der Ausstattung, Qualitäten, hinsichtlich des Mietpreises und der mietvertraglichen Konditionen konnten durch den Investor wirtschaftlich nicht abgebildet werden. Entscheidende Fachrichtungen wie die Orthopädie und Radiologie, die innerhalb des Gesundheitszentrums eine Schlüsselrolle spielen sollten, wurden nicht gewonnen. Dies habe sich wiederum auf die Mietentscheidungen des medizinischen Einzelhandels ausgewirkt.

Wie berichtet, war der Baustart für Frühjahr 2010 geplant. Die Stadt Velbert hatte auf Bitte des Investors das Projekt im Februar 2010 geöffnet: Die Anfrage von Hellmich lautete, die Nutzungsmöglichkeiten des Gesundheitszentrums auszuweiten, damit eine Pflegeeinrichtung in das Gebäude integriert werden könne. Dafür hätte das Gebäude um ein Teilgeschoss aufgestockt werden müssen. Die Stadt hatte dieser Anfrage entsprochen.

„Wir bedauern sehr, dass der Investor seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, obwohl wir das Projekt geöffnet haben", erläutert Löbbert. „Zum Zeitpunkt des Vergabezuschlags lagen schriftliche und mündliche Informationen vor, dass 70 Prozent der Praxisfläche gesichert waren. Aus der örtlich gebildeten Interessengemeinschaft, die aus über 15 Ärzten bestand, haben letztendlich fünf Ärzte Mietverträge unterschrieben. Wir haben die nötigen Rahmenbedingen für ein erfolgreiches Projekt geschaffen, danach lag es in der Hand des Investors, das Projekt im Marktgeschehen zum Erfolg zu führen. Dazu zählt auch, dass die politischen Gremien beschlossen hatten, die Projektfristen zu verlängern und die Nutzungsmöglichkeiten auszuweiten. Insbesondere durch diese Maßnahmen konnte eine Vormietung von annähernd 80 Prozent erreicht werden. Mit Bedauern mussten wir jedoch feststellen, dass Hellmich das Projekt innerhalb der verlängerten Frist bis zum 30. April trotz der Vorvermietungsquote nicht zum Erfolg führen konnte." Im Rahmen des juristisch begleiteten EU-weiten Vergabeverfahrens gab es mehrere Bewerber, wobei sich das von Hellmich vorgestellte Konzept in 2009 insbesondere aus städtebaulichen und architektonischen Gründen durchgesetzt hatte.

Die zukünftige Entwicklung dieses attraktiven Standortes ist nun erneut zu diskutieren. Hierfür bietet sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zur Innenstadtentwicklung an, der auch die IHK, der Einzelhandelsverband und die Velbert Marketing GmbH angehören.

Stadt Velbert

TatongaBenutzer ist Offline
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01-05-2010 20:56
Wieder mal eine Fehlplanung der Stadt. Obwohl nicht der Stadt alleine die Schuld in die Schuhe geschoben werden darf. Viele Ärzte die vorher zugesagt hatten, sind abgesprungen. Da muss man sich fragen, warum sie erst zu sagten und nicht absprangen. Wären die Mieten zu teuer gewesen, die Konkurenz vielleicht doch zu hoch. alles Spekulation.
Alles was dich abfuckt, alles was dich Krank macht Mach Kaputt was dich Kaputt macht. http://www.youtube.com/watch?v=YvRLhHDlc6E
Kurzer ProzessBenutzer ist Offline
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01-05-2010 23:49
übers Portal der WAZ melden sich Dr. Johannes Verbeek, Drs. Hanne u. Gerd Aretz in den Kommentaren zu Wort dazu:



Die schnelle Stellungnahme der Firmengruppe Hellmich zum Scheitern des Projektes Gesundheitszentrum kann so nicht unwidersprochen bleiben. Die Schuld am Scheitern auf die Ärzteschaft abzuwälzen, ist unfair und entspricht auch nicht den Tatsachen.
Seit mehr als 5 Jahren haben wir für dieses Projekt gekämpft. Unter sehr kompetenter und engagierter Mitwirkung der Wirtschaftsförderung Velbert waren 15 Ärzte angetreten, um die Vision eines Zentrums für Gesundheit unter einem Dach zu verwirklichen. Jeder dieser Kollegen hat mit Engagement und "Herzblut" viel Zeit und Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Auch Rückschläge, wie z.B. das bürokratische Monster der EU-Ausschreibung mit der entsprechenden gewaltigen Zeitverzögerung konnten uns nicht abschrecken, das Projekt weiter zu verfolgen.
Nachdem die Fa. Hellmich den Zuschlag erhalten hatte, tauchten die ersten Probleme auf. Die Mitarbeiter der Firma waren nie wirklich diskussionsbereit, was die speziellen Anforderungen an Arztpraxen betrifft. Auch berechtigte Fragen nach Kosten, Nebenkosten, etc. wurden erst gar nicht beantwortet, sodaß ein großer Teil der Kollegen bei völlig ungeklärter Kostenlage letztendlich aus dem Projekt ausgestiegen sind. Verdenken kann man es ihnen nicht!
Zudem wurde der Zeitpunkt für die endgültige Zusage zum Bau des Zentrum seitens der Firma Hellmich immer wieder nach hinten verschoben und die sogenannte erforderliche Vorvermietungsquote (das ist der prozentuale Anteil der unterschrieben Mietverträge, die ein Investor braucht, um Geld von den Banken zu bekommen) erhöht, sodaß letztendlich die Bedingungen nicht mehr erfüllt werden konnten.
"Gekämpft wie ein Löwe" hat Hellmich sicherlich nicht, um dieses umzusetzen. Über die Gründe werden wir an dieser Stelle nicht spekulieren.

Wir, die Initiatoren, bedauern es sehr, daß diese Idee, welche eine Bereicherung für die Gesundheitversorgung der Bevölkerung, aber auch für die Innenstadtentwickung Velberts gewesen wäre, nicht umgesetzt werden konnte.
Wir sind aber zuversichtlich, diese Idee ggf. an anderer Stelle um mit einem zuverässigeren Investor umsetzen zu können.
Der heutige Faschismus ist nicht mehr manifestiert in einer Partei oder in einer Person, er liegt in der tagtäglichen Ausbildung der Menschen zu autoritären Persönlichkeiten, er liegt in der Erziehung, kurz in der entstehenden Totalität der Institutionen und des Staatsapparats. (R.D.)
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